Evaluierung von SIMMO

Die im Rahmen des Projekts stattfindende Evaluierung umfasst die Bereiche: Motorik, Lesefertigkeit, Verhalten und Selbsteinschätzung. Auf die wichtigen Bereiche der auditiven und visuellen Verarbeitung sowie der Beurteilung der Situation aus Elternsicht konnte im Rahmen des möglichen Projektumfangs nicht eingegangen werde.

 

Überprüfung der motorischen Basiskompetenzen

 

 Kriterien der Testauswahl waren neben der Zeitvorgabe von maximal 10 Minuten pro Kind, Platzangebot, personelle Ressourcen (2 Personen), sollte die Testbatterie folgende Elemente enthalten:

Bereits im Juni 2014 wurden mit zehn SchülerInnen ein PRE-Test zur motorischen Statuserhebung  durchgeführt und die Erkenntnisse aus dieser Testung beschrieben.

Im September 2014 fand die IST-Standsanalyse der motorischen Basiskompetenzen statt. Hierfür wurden Items aus dem MOMO-Motoriktest (Prof. Dr. Klaus Bös) und dem Developmental Screening Test von INPP (Sally Goddard) verwendet. Die motorischen Tests und die qualitativen Beobachtungen wurden von Frau Mag. Arnold gemeinsam mit einer unbefangenen und unabhängigen Sozialpädagogin Monika Schreiner durchgeführt.  Frau Schreiner wurde im Juni 2014 bei einem Pretest geratet. Aufgrund der großen Stichprobe und dem Abstand von  20 Monaten zwischen den Tests gab es beim Abschlusstest keine Erinnerung an die Ausgangswerte.

Die eigens entwickelte Online- Eingabemöglichkeit für die Werte aus der motorischen Statuserhebung ermöglichte eine Anonymisierung der Daten.

Eine statistische Berechnung  erfolgte durch eine externe Spezialistin Dr.Sigrid Graumann-Brunt.

 

Motorische Tests

 

Spezielles Augenmerk wurde auf Gleichgewichtsaufgaben gelegt. Wobei bei diesen Aufgaben neben dem Gleichgewicht immer auch Haltung und Koordination eine Rolle spielen. Auf Tests mit dem Augenmerk auf Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit wurde verzichtet. (vgl. BÖS, 2008 S.3 - 10)

T-Schiene

Es wurde ein Test aus dem MOMO (Motorik-Modul) gewählt, der Normwerte zur motorischen Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ermittelt hat. Dieses Modul ist ein Teilmodul des Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert Koch-Instituts in Berlin.

Der Einbeinstand dient der Überprüfung der grobmotorischen Koordination bei statischen Gleichgewichtsaufgaben.  Das statische Gleichgewicht meint das Erhalten des Gleichgewichts bei bestimmten Ständen bzw. Lagepositionen.

Aufgabe: Das Kind soll versuchen, eine Minute lang mit einem Fuß auf der Balancierschiene zu stehen. Das Spielbein wird frei in der Luft gehalten. Es werden die Bodenkontakte mit dem Spielbein während einer Minute gezählt.  (vgl. BÖS, 2008 S.3 - 10)

Zusätzlich wird der Stand noch qualitativ bewertet: ruhiger Stand, leichte oder starke Ausgleichsbewegungen oder öfter als einmal umgefallen.

Einbeinstand mit geschlossenen Augen

-              Stehen mit einem angewinkeltem Bein und geschlossenen Augen.

-              barfuß oder in Socken.

-              beide Beine – egal welches Bein beginnt

-              nur ein Versuch je Bein

Gezählt wird wie lange ein ruhiger Stand möglich ist. (minimales Wackeln oder Ausgleichsbewegungen werden toleriert)

Tandem Walk vorwärts und rückwärts

Aufgabe beim Tandem Walk  ist das Balancieren auf einer Linie, wobei die Füße (Ferse an Spitze) zusammenstoßen sollen und der Blick nach vorne gerichtet ist.

Der Tandem Walk dient der Überprüfung der grobmotorischen Koordination bei dynamischen Gleichgewichtsaufgaben.  Das dynamische Gleichgewicht meint das Halten des Gleichgewichts in der Bewegung. Dieser Test wurde dem Developmental Screening Tests for Use with Children from 7 years of Age entnommen. (Goddard, 2012, S.44-48)

Er wurde auch bei den Erstklässlern angewendet, die im Laufe der ersten Klasse erst 7 Jahre alt werden.

TLR – Tonische Labyrinth Reflex

Für das SIMMO-Projekt wurde der Test im aufrechten Stand ausgewählt. Die Füße stehen nebeneinander, die Arme hängen neben dem Körper und der Kopf hängt nach vorne und wird mit geschlossenen Augen langsam nach hinten bewegt.

Bei dieser Aufgabe wird beobachtet ob die Zehen krallen, sich der Muskeltonus verändern und ob ein Schwindel auftritt, der zur Beeinträchtigung oder sogar Verlust des Gleichgewichts fürht.

Dieser Test wurde dem Developmental Screening Tests for Use with Children from 7 years of Age entnommen. (Goddard, 2012, S.52-53)

Seiltliches Hin-und Herspringen

Diese Übung ist eine Aufgabe der MOMO-Testbatterie. Das Augenmerk bei dieser Aufgabe wird auf „Koordination unter Zeitdruck“  und „Koordination als Präzisionsaufgabe“ gelegt. Das seitliche Hin- und Herspringen ist eine grobmotorische Aufgabe, bei der die Körpermitte ständig gekreuzt wird.

Die Aufgabe besteht darin, innerhalb von 15 Sekunden mit beiden Beinen möglichst oft seitlich über die Mittellinie einer Teppichmatte zu springen. Die Teppichmatte hat die Maße von 100 x 50 cm.  Die Testperson hat zwei Versuche. Hin zählt als eins und her als zwei. Nicht gezählt werden Sprünge, die die Mittellinie oder die Seitenlinie berühren, die nicht beidbeinig ausgeführt werden und die mit Doppelhüpfern ausgeführt werden (vgl. Bös, 2008 S.12)

Qualitative Beobachtungsmöglichkeiten, wie die Unterstützung durch Armbewegung,  eine rhythmische Ausführung, weicher oder harter Bewegungsfluss oder Mitbewegungen wurden für diese Austestung außer Acht gelassen. (Stehn, 2008, S.27- 29)

Hampelmann

Der Hampelmann-Sprung ist eine koordinative-motorische Fertigkeit, die Kinder im Kindergartenalter erlernen. Kinder ab etwa 7-8 Jahre sollten den Hampelmann fehlerfrei springen können.

Die Aufgabenstellung war: Wie viele Hampelmann-Sprünge können in 10 Sekunden ausgeführt werden?

Qualitativ bewertet wurden die rhythmische Ausführung oder Rythmusprobleme, mögliche gestörte Koordination zwischen Armen und Beinen und die unvollständige Grätschung und Schließung der Beine.

Auf ein Einknicken des Hüftgelenks, ein Abweichen von der Körpermitte oder  eine Innenrotation der Knie wurde nicht geachtet. (Saft, 2011)

Augen-Kopfstellreflex

 Das Kind sitzt im Schneidersitz und schaut gerade auf ein Stofftier. Es wird ihm erklärt, dass es an den Schultern genommen wird und hin- und hergeschaukelt wird. Es wird beobachtet, in wie weit sich der Kopf bei dem Seitlich-Neigen des Körpers automatisch in die vertikale richtet. Wird der Körper wieder zurück in die Mitte bewegt, so sollte sich der Kopf auch in die Mittelposition bewegen. Diese Testung erfolgt in allen 4 Richtungen (nach vorne, hinten und links- und rechts zur Seite).

Labyrinth-Kopfstellreflex

Analog  zum Augen-Kopfstellreflex wird diese Übung mit geschlossenen Augen durchgeführt. Dem Kind wird gesagt, dass es sich vorstellen soll, auf das Stofftier zu schauen.

Fausten

Ist bei einer spontanen Faust der Daumen innen oder außen? Beobachtet werden beide Hände.

Klärung zusätzlicher Fragen:

Mit welcher Hand schreibst du?

Betreibst du Sport in einem Verein. Wenn ja, wie oft in der Woche. Und welche Sportarte(en)?

Erlernst du ein Musikinstrument. Wenn ja, welches.

Isst du jeden Tag zu Hause ein Frühstück?

© Copyright 2016 Daniela Arnold 

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